Energiemanagement

Mit dem Bau des Betriebsgebäudes wurde gleichzeitig ein durchdachtes Energiekonzept verwirklicht, das einen schonenden Umgang mit den wichtigsten Ressourcen ermöglicht und gleichzeitig für ein angenehmes Raumklima sorgt. So wird beispielsweise die Abwärme der Druckmaschinen für die Beheizung der Büros genutzt. Die Wärmeverteilung erfolgt durch eine Strahlungs-Wandheizung. Dadurch kann die Raumtemperatur – bei gleicher Behaglichkeit – um 2–3°C gesenkt werden.

Wärmeüberschüsse werden in einem Wasser-Pufferspeicher gespeichert, um damit den Wärmebedarf außerhalb der Betriebszeiten zu decken. Mit diesem Heizsystem können mindestens 2/3 des Energiebedarfs gedeckt werden. Allenfalls zusätzlich notwendige Heizenergie (z.B. bei extremen Außentemperaturen) wird durch einen Gas-Brennwertkessel erzeugt. Insgesamt bringt dieses Heizsystem eine Einsparung von ca. 57.000 kWh Gas pro Jahr und somit um 11.500 kg weniger CO2-Emissionen. Mit einem durchschnittlichen Energieverbrauch von 7730,47 m3 Gas = 39,3 kWh Gas pro m2 im Jahr 2007 bewegt sich das Medienhaus im Bereich des Niedrigenergiestandards eines Wohnhauses.

Der Strombedarf des gesamten Medienhauses wird seit Beginn an mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt. Ein erhebliches Stromeinsparpotenzial wurde 2007 durch die frühzeitige Abschaltung von Monitoren während Leerlaufzeiten und die Umstellung der IT-Infrastruktur auf sogenannte Thin Clients verwirklicht. In Summe konnten dadurch rund 1.900 kWh im Jahr eingespart werden. Seit Mai 2017 haben wir unsere eigene Photovoltaik-Anlage mit 148 kWp auf dem neu eröffneten Plusenergie-Betriebsgebäude in Betrieb. Wir produzieren damit jährlich knapp 140.000 Kilowattstunden sauberen Strom, was den Strombedarf von fast 30 Haushalten deckt oder 800.000 km Reichweite mit einem Elektroauto entspricht. Die aktuelle Leistung ist hier zu finden. 

Für ein ganzjährig angenehmes Klima sorgt eine Natur-Klimaanlage. Über im Erdreich verlegte Bodenrohre wird von der Lüftungszentrale Frischluft angesaugt. Dabei wird die Luft im Winter erwärmt und im Sommer abgekühlt. Im Winterbetrieb wird die bereits vorgewärmte Luft über einen Wärmetauscher geführt, der die aus den Räumen abgesaugte Luft abkühlt und die Frischluft dadurch weiter erwärmt. Für eine behagliche Verbreitung der Wärme sorgt die Einbringung der Zuluft über die Lehmwandkonstruktion und über sogenannte Frischluftpoller. Dadurch verfügt jedes Büro über eine eigene Frischluftversorgung. Im Sommerbetrieb wird die durch das Erdreich abgekühlte Luft direkt in die Räume eingebracht. Zusätzlich können die Büroräume bei Bedarf über die Wand- und Deckenheizung mittels Kaltwasser aus dem Brunnen gekühlt werden. Dabei entsteht keine Zugluft wie bei herkömmlichen Klimaanlagen und der Energieverbrauch reduziert sich de facto auf null.

Die Verwendung künstlicher Lichtquellen wird durch ein detailliertes Beleuchtungskonzept auf das nötige Minimum reduziert. Dieses beinhaltet unter anderem Spezialrollos, Lichtlenkjalousien sowie ein tageslichtabhängiges BUS-Installations-System, das eine automatische Beleuchtungsregulierung ermöglicht.

Wertvolles Trinkwasser wird nur da verwendet, wo es unbedingt notwendig ist: In der Küche, in Waschbecken und in der Dusche. Die übrige Wasserversorgung – für Maschinen, Produktion und WCs – erfolgt über das Hauswasserwerk mit seinem eigenen Brunnen. Dadurch wird der Trinkwasserverbrauch um ca. 90% reduziert
(= ca. 500.000 Liter Ersparnis pro Jahr).

Auch Regenwasser wird indirekt eingebunden: Sämtliche Dachflächen sind als Gründach ausgeführt. Wasser, das von diesen Flächen nicht mehr aufgenommen werden kann, wird über Versickerungsflächen dem Grundwasser und damit letztlich dem Hausbrunnen zugeführt. Begehbare und befahrbare Flächen um das Gebäude bestehen aus versickerungsfähigem Material. Sämtliche Oberflächenwässer versickern daher wieder am eigenen Grundstück und verbleiben im natürlichen Wasserkreislauf. Nur die LKW-Ladezone ist asphaltiert, aber auf seitliche Versickerung ausgelegt.

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