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Man darf ja gar nix mehr sagen. Oder?

EmpCo macht Umweltkommunikation strenger, aber auch fairer: Für Kund:innen wird klarer, welche Versprechen wirklich halten und für Unternehmen wird gute, belegbare Nachhaltigkeit zum Wettbewerbsvorteil.

Zwei Mitarbeiterinnen von gugler* entwickeln Nachhaltigkeitskommunikation und prüfen Umweltclaims im Rahmen der EmpCo Richtlinie.

Julia Stieböck und Maria Leichtfried vom Team Grüne Strategie & Marketing prüfen Umweltaussagen gemeinsam und machen sie nachvollziehbar.

Vielleicht haben Sie den Satz auch schon gehört, wenn es um Nachhaltigkeit geht: „Da traut man sich ja bald nichts mehr zu sagen.“

Die neue Verbraucherschutz-EU-Richtlinie EmpCo (offiziell: Richtlinie (EU) 2024/825) zeigt: Das Gegenteil stimmt – man darf alles sagen, wenn man es belegen kann. 

Das Wichtigste in Kürze: 

  • Empowering Consumers for the Green transition (EU) 2024/825

  • Ergänzung zum UWG (Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb)

  • Betrifft Umweltaussagen & Nachhaltigkeitssiegel in der B2C Kommunikation

  • Ziel: Schutz der Verbraucher:innen vor irreführenden Nachhaltigkeitsaussagen

  • Anwendungspflicht EU-weit ab 27.09.2026

  • Österreich hat die EU Richtlinie noch nicht in nationales Gesetz umgesetzt

Die gute Nachricht

gugler* DruckSinn arbeitet seit Jahren an nachhaltigen Produkten und orientiert sich an ökologischen Richtlinien, die über das gesetzlich geforderte Maß hinaus gehen. Das belegen Zertifizierungen wie Cradle to Cradle Certified Silber und Gold, das österreichische Umweltzeichen, EU-Ecolabel und einige mehr. Teilweise braucht es nur eine genauere Formulierung oder einen zusätzlichen Link zum Nachweis.

Was EmpCo verändert

EmpCo soll Verbraucher:innen helfen, fundierte Kaufentscheidungen treffen und Greenwashing leichter erkennen zu können. Nachhaltigkeitskommunikation soll nachvollziehbar erklären, worauf sich die Aussagen beziehen. Die Grundidee der EmpCo ist einfach. Es geht um:

  • Allgemeine Umweltaussagen/Green Claims wie „nachhaltig“ oder „grün“ 
  • Aussagen zur Klimaneutralität durch Kompensation 
  • Nachhaltigkeitssiegel 
  • Aussagen über Recyclingfähigkeit oder Kreislauffähigkeit
  • Werbeversprechen zur Haltbarkeit oder Reparierbarkeit

EmpCo reagiert auf ein reales Problem. Viele Nachhaltigkeitsclaims waren in den vergangenen Jahren zu ungenau oder schwer überprüfbar. Verbraucher:innen wünschen sich mehr Orientierung.

EmpCo Checkliste und Factsheet zur Prüfung von Nachhaltigkeitskommunikation auf einem Smartphone.

Die EmpCo Checkliste hilft dabei, bestehende Aussagen zu prüfen und Schritt für Schritt zu konkretisieren.

→ EmpCo Checkliste kostenlos herunterladen

Wo Greenwashing beginnt

EmpCo richtet sich vor allem gegen zwei Arten von Greenwashing:
zu vage und/oder zu schöne Versprechen.

1. Allgemeine Ausssagen ohne Beleg

Begriffe wie „umweltfreundlich“, „grün“, „ökologisch“, „nachhaltig“, „klimafreundlich“ oder „energieeffizient“ gelten als allgemeine Umweltaussagen/Green Claims. Sie sind künftig nur zulässig, wenn dahinter eine anerkannte, hervorragende Umweltleistung steht wie zum Beispiel ein staatliches Umweltzeichen. Ohne solchen Nachweis sind allgemeine Claims verboten.

  • Ein Satz wie: „Dieses Druckprodukt ist nachhaltig.“ ist zu allgemein.
  • Besser wäre: „Dieses Druckprodukt wurde auf FSC zertifiziertem Papier mit 100 % Ökostrom produziert.“ 
2. Klimaneutralität durch Kompensation

Aussagen wie „klimaneutral“, „CO2-neutral“, „mit Klimaausgleich“ oder „klimafreundlich“ sind künftig tabu, wenn sie allein auf Offsetting außerhalb der eigenen Wertschöpfungskette beruhen. Offsetting bedeutet, dass ein Unternehmen die entstandene Emissionen rechnerisch ausgleicht, indem es außerhalb der eigenen Produktion Klimaschutzprojekte finanziert.

Der Grund: Kompensation ist nicht gleichbedeutend mit tatsächlicher Emissionsvermeidung im Produktlebenszyklus und darf nicht als neutraler oder positiver Umwelteinfluss verkauft werden. Kompensation bleibt möglich. Die Kommunikation darüber muss jedoch transparenter werden.

  • Geht nicht mehr: „Klimafreundlich gedruckt“
  • Besser ist: „Die CO₂e-Emissionen, die bei der Herstellung dieses Produktes entstanden sind, wurden berechnet. Wir unterstützen ein zertifiziertes Klimaschutzprojekt mit einem finanziellen Beitrag in der Höhe der Emissionen. Details über QR-Code.“

Diese Formulierung erklärt nachvollziehbar, was tatsächlich passiert.

3. Nachhaltigkeitssiegel Marke Eigenbau

EmpCo erlaubt künftig nur noch Nachhaltigkeitssiegel, die auf unabhängigen oder staatlich anerkannten Zertifizierungssystemen beruhen.

  • Problematisch werden grafische Eigenlösungen, die wie offizielle Siegel wirken. Die Definition ist bewusst weit gefasst.
  • Zulässig bleiben u. a. staatliche Umweltzeichen wie österreichisches Umweltzeichen und EU Ecolabel sowie etablierte, unabhängige Systeme, die regelmäßig von Dritten überprüft werden wie FSC, PEFC oder Cradle to Cradle Certified®.

Achtung: Die Richtlinie erfasst bewusst auch grafische Logos, die wie Stempel oder Siegel wirken und beim Publikum einen offiziellen Eindruck erwecken.

4. Übertreibung und „vergessene“ Einschränkungen

Verboten sind insbesondere:

  • Aussagen zum gesamten Produkt, wenn nur ein Teil gemeint ist (z. B. „aus Recyclingmaterial“, obwohl nur die Verpackung recycelt ist).
  • Werbung mit Selbstverständlichkeiten („FCKW-frei“, „kunststofffreies Papier“), wenn diese Merkmale ohnehin gesetzlich vorgeschrieben sind.
  • Irreführende Aussagen zu Haltbarkeit und Reparierbarkeit – etwa eine „reparierbare“ Ware, für die es keine Ersatzteile oder Anleitungen gibt.

Auch Informationen, die man weglässt, können künftig unlautere Geschäftspraxis sein – etwa, wenn wesentliche Einschränkungen oder Nebenbedingungen nicht genannt werden.

Was heißt das für Ihre Druckprodukte bei gugler*?

Für Kund:innen von gugler* ändert sich weniger, als es auf den ersten Blick aussieht. Denn viele Anforderungen der EmpCo decken sich mit dem Anspruch und den Prinzipien, nach denen gugler* DruckSinn seit Jahren handelt und kommuniziert: Nur was für Mensch, Tier und Umwelt gut ist, darf in ein Druckprodukt.
Uns liegt viel an präzisen Aussagen, geprüfter Qualität und nachweisbarer Umweltwirkung. So sieht EmpCo-konforme Kommunikation zu Ihren Druckprodukten aus

  • Präzise statt pauschal
    Statt „nachhaltig gedruckt“ lesen Sie künftig z. B. „gedruckt mit 100% Ökostrom, auf FSC-zertifiziertem Papier, Cradle to Cradle Certified® Silber“.
  • Transparente Grenzen
    Wo Recycling, Kreislauffähigkeit oder Klimawirkung technisch oder systembedingt Grenzen haben, werden diese offen benannt.
  • Nachweise auf Abruf
    Hinter jeder starken Umweltaussage stehen Daten, Zertifikate oder Prüfnachweise, die auf Wunsch vorgelegt werden
  • Zertifikate statt Eigenlabels
    Eigenentwickelte Logos wie print4climate setzt gugler* ab sofort nicht mehr als Siegel ein. 
    Die genaue Berechnung der Emissionen und Unterstützung von Klimaschutzprojekten bleibt bestehen. 
    Die Kommunikation wird präziser und textlich nachvollziehbar. Damit bleiben die Bemühungen sogar genauer sichtbar.
    Mehr Details dazu, wie es mit Print4climate weitergeht unter gugler.at/druckundklima. 

Für Sie bedeutet das: Sie erhalten detailliertere Kommunikationsbausteine, die das Vertrauen Ihrer Leser:innen stärken.

Beispiel einer transparenten Klimakommunikation für Druckprodukte nach EmpCo Richtlinie.

Neue Regeln. Neue Optik. Klimakommunikation wird präzise beschrieben statt vereinfacht dargestellt.

So prüfen Sie Ihre Kommunikation

EmpCo gilt ab 27. September 2026 für alle Unternehmen, die in der EU an Verbraucher:innen kommunizieren. Die Übergangszeit bis dahin ist ideal, um Umweltversprechen aufzuräumen und zukunftssicher zu machen. Was ist zu tun?

  • Alle verwendeten Umweltaussagen/GreenClaims sammeln (Website, Broschüren, Produktverpackung…)
  • Prüfen, welche Aussagen zu vage sind, keine Belege haben oder von EmpCo ausdrücklich verboten werden.
  • Dokumentieren Sie alle Nachweise sauber: Studien, Zertifikate, Berechnungen und Methoden.
  • Labels und Siegel checken: Welche Systeme erfüllen die neuen Anforderungen, welche nicht?
  • Überlegen Sie, wie und wo Informationen zugänglich werden. Ein Impressum, ein QR Code …

Schon kleine Anpassungen können große Wirkung haben. Gerade ein Impressum oder Produktdetails bieten oft die Möglichkeit, Nachhaltigkeitsinformationen nachvollziehbar sichtbar zu machen.

Genau deshalb haben wir eine kompakte EmpCo Checkliste entwickelt. Sie unterstützt dabei, bestehende Aussagen zu prüfen und Nachhaltigkeitskommunikation Schritt für Schritt zukunftssicher zu machen.

→ EmpCo Checkliste herunterladen und Aussagen prüfen

Ihr nächstes Druckprojekt beginnt mit einer guten Frage

gugler* versteht EmpCo nicht nur als rechtliche Pflicht, sondern als Chance für eine klare, ehrliche und starke Umweltkommunikation. Auch wir werden in den kommenden Monaten nochmal mit kritischem Blick unsere Kommunikation prüfen und bei Bedarf detaillierter erklären.

Mit Textbausteinen und Formulierungsbeispielen unterstützen wir Sie dabei, komplexe Inhalte verständlich zu machen. Damit Ihre Kund:innen/Leser:innen auf den ersten Blick erkennen: Hier wird nicht „grün gefärbt“, sondern ehrlich gearbeitet.

Ihr nächstes Druckprojekt beginnt mit dem guten Gefühl, dass wir gemeinsam drüberschauen: Welche Nachhaltigkeitsaussagen passen zu Ihrem Produkt? Wie kommuniziert man transparent, ohne kompliziert zu werden? 

Sprechen Sie mit unserem Beratungsteam über Ihr nächstes Projekt: hallo@gugler.at

Oder abonnieren Sie unseren Newsletter, wenn Sie rund um Nachhaltigkeitskommunikation, Druckprodukte und neue Anforderungen auf dem Laufenden bleiben möchten.

Über gugler*

gugler* DruckSinn verbindet persönliche Beratung, höchste Qualitätsansprüche und konsequent nachhaltige Produktionsstandards. Unsere Produktion ist ausgelegt auf Bücher, Publikationen und Mailings sowie auf Werbegeschenke aus Papier. Standort ist Melk in Niederösterreich.